Der Weg der Lachse / 2016 / Zell:stoff #8

 

Ein Abend mit Menschen die nicht da sind, von Gehrig/Busch/Stierle.

 

- ...doch ihm wehren vielleicht die Götter die Heimkehr.     Homer: Odysee

 

- I wanted to see... I wanted to see... I wanted to see this for myself.     Editors: Fall

 

Plätschern, Rauschen, Tosen: ein Bergbach, klares Quellwasser, Sonnenlicht auf bunten Kieselsteinen … Da! Ein kleiner Lachs! Soeben geschlüpft, schwimmt er umher und trifft: auf einen alten Lachs. Und der junge Lachs schaut dem alten Lachs direkt in die Augen und fragt: Was ist mit dir? Der Alte sagt: Ich bin wieder zu Hause. – Du warst weg? fragt der Junge. Der Alte nickt. Und was machst du hier? – Sterben, sagt der alte Lachs. Der Kleine sieht die Wunden des Alten und fragt: Wer hat dir das angetan? – Die Strömung, sagt der alte Lachs, die Bären, die Fischer, und die Flunder! – Was ist das? will der junge Lachs wissen, was ist das auf dem Grund deiner Augen? – Das ist das Meer, Kleiner, sagt der alte Lachs. Es ist wunderschön, sagt der junge Lachs, es ist das Schönste, was ich je gesehen habe. – Du musst es mit eigenen Augen sehen. – Wo ist das Meer? – Folge der Strömung, sagt der alte Lachs. – Hier? Der junge Lachs zeigt mit seiner kleinen Flosse stromabwärts. Der Alte nickt und sagt mit letzter Kraft: Viel Glück, mein Kleiner, viel Glück! – Und der Kleine schwimmt los …
Eine theatrale Spurensuche zu Aufbruch und Rückkehr, zu Sehnsucht und Heimweh.

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Künstlerische Leitung: Gehrig/Busch/Stierle

Text: Dominik Busch
Regie: Sophie Stierle
Spiel: Adrian Furrer / Patric Gehrig / Marie Gesien

Video & Technik: Kevin Graber
Bühne & Kostüm: Saskya Germann

Produktionsleitung: Annette von Goumoëns

Koproduktion: Kleintheater Luzern

 

UA: Kleintheater Luzern / 04.-07. Mai 2016