Jesus Kinski Erlöser / 2012 / Zell:stoff #5

 

Kinskis Text „Jesus Christus Erlöser“ wurde nur zweimal vor Publikum aufgeführt. In

seiner Ursprünglichen Form sogar nur einmal, am 27. November 1971 in der Düsseldorfer Philips-Halle.

Zell:stoff möchte diesen Text nun als Rezitation wieder zugänglich machen. Diesmal aber, soll der Text für sich stehen. Durch die Zürcher Predigerkirche bekommt der Text auch einen Ort der ihm zusteht. Die Provokation die alleine schon der Rezitator auslöste fällt

weg. Der Text selber ist in die Jahre gekommen. Die ZuhörerInnen können sich nun ihr eigenes Bild machen: Ist der Text noch visionär, oder hat er an Biss verloren? Lebte er nur durch den „prominenten“ Rezitator, oder kann er auch für sich stehen? Ist er „nur“ ein Zeitdokument, oder hat er auch heute noch eine Berechtigung? Weitere Fragen werden

bei den ZuhörerInnen auftauchen, denn trotz allem kann sich der Text nicht ganz von seinem Schöpfer lösen, schwebt irgendwo über dem Text Kinskis Geist.

Die Rezitation wird von einer Klangcollage narrativ begleitet. Dabei werden Aufnahmen

von verschiedenen Kirchenräumen (zu verschiedenen Zeiten / mit und ohne Kirchgänger etc.) stützend unter den Text gelegt, so dass ein „künstlicher“ Raum entsteht, der sich in Grösse und Dichte verändert, sich aber „dramaturgisch“ immer in den Dienst des Textes stellt.

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Dieses Projekt fand im Rahmen von ‘Inscriptum 4‘ statt!

 

Idee, Künstlerische Leitung und Rezitation Patric Gehrig

Klangcollage und Technik: Rebecca Stofer

 

Produktionsleitung: Patric Gehrig 

Produktion: ZELL:STOFF/theaterproduktionen